Muss der gute alte Overhead-Projektor wieder entstaubt werden? Eine Studie der Rostocker Universität brachte Erstaunliches zu Tage: Der Inhalt von Overhead-Präsentationen bleibt am besten im Gedächtnis haften. Zweitbeste Präsentationsmethode ist die Rede. Powerpoint-Präsentationen landen auf dem letzten Platz.

Das schlechte Abschneiden von Powerpoint hat selbst den Leiter der umfassenden Studie so überrascht, dass er sie wiederholen ließ. Das Resultat blieb dasselbe – mit Powerpoint erstellte Präsentationen wurden von den Studienteilnehmern nur schlecht erinnert. Was aber ist der Grund?

Animationen und Effekte lenken ab

Bei der Gestaltung von Powerpoint-Folien wird man vom Programm zu optischen Hervorhebungen verleitet. Eine durchschnittliche Powerpoint-Präsentation enthält diverse Design-Elemente und Effekte, die die inhaltliche Aussagekraft erhöhen sollen. Doch wird genau das Gegenteil bewirkt: die Betrachter werden durch aufwändige Formatierungen und grafische Spielereien vom Inhalt abgelenkt.

„Vorsicht also mit Power Point“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Nieke, Gründungsprofessor für Allgemeine Pädagogik an der Uni Rostock und Initiator der Studie. Er rät bei Präsentationen zu zurückhaltender Aufbereitung des zu vermittelnden Contents.

Back to Overhead?

Obwohl es sich bei einer mit dem Overhead-Projektor durchgeführten Präsentation gleichfalls um eine visuelle Präsentationsform handelt, verweilen die Folien in der Regel länger. Effekte und Animationen fallen weg.

Das lässt sich mit einer bewusst reduzierten Powerpoint-Präsentation natürlich auch erreichen. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Präsentation dürfte in Schlichtheit und einer ruhigen Vortragsweise zu suchen sein. Wem das mit Powerpoint gelingt, kann den Overhead-Projektor auf dem Dachboden lassen.

 

Studie: Powerpoint schlechteste Präsentationsform

2 thoughts on “Studie: Powerpoint schlechteste Präsentationsform

    • 21. September 2011 bei 13:56
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      Vielen Dank für Ihren Kommentar und den Hinweis auf Ihren ausführlichen Artikel zum Thema! Ich stimme zu, dass es auf die Nutzung und den Einsatz einer Präsentationstechnik ankommt. Powerpoint verleitet zu einer anderen Form der Präsentation, aber deswegen muss man nicht technisch veraltete Gerätschaften wieder hervorkramen.

      Bei den in Ihrem Artikel angeführten sechs Prinzipien erfolgreicher Kommunikation fehlt mir im Hinblick auf die Präsentation noch ein siebtes Element: die Wiederholung. Ich halte die (zwei- dreimalige) Wiederholung von Kernaussagen für eines der wirkungsvollsten Instrumente, um Botschaften nachhaltig zu verankern.

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