Ein Anruf stellt unvermeidlich eine Unterbrechung und oftmals eine Störung dar. Es lässt sich nie garantieren, ob der Angerufene nicht gerade bei einer wichtigen Tätigkeit aufgehalten wird oder in einer Besprechung ist. Natürlich sollte im Idealfall jeder sein Handy ausschalten, wenn er nicht gestört werden will. In der Praxis – und insbesondere im Zeitalter der Smartphones – wird dies oftmals vergessen. Folgerichtig weichen viele zur Kontaktaufnahme von vornherein auf SMS, Nachrichten-Apps oder E-Mail aus. Gern wird auch via Facebook oder Xing kommuniziert.

Das muss nicht immer die richtige Strategie sein. Das persönliche, direkte Gespräch hat besondere Qualitäten und bietet Möglichkeiten, die anderen Medien nicht zu eigen sind. Die Stimme eines Menschen besitzt ein hohes emotionales Potential. Die schriftliche Kontaktaufnahme per Mail oder Message mag leichter fallen, doch die eigene Stimme kann eine besondere Nähe herstellen und den Gesprächspartner für einen öffnen. Bedenkt man, dass fast alle Entscheidungen aus einem Mix aus rationalen und emotionalen Eindrücken heraus getroffen werden, ist der Verzicht auf die Stimme in wichtigen Phasen der Kommunikation nicht empfehlenswert.

Wie aber die Gefahr umgehen, den anderen bei einer Aufgabe zu stören oder ihn zwischen Tür und Angel zu erwischen? Als Alternative bietet sich der Anruf direkt auf die Mailbox an. Statt mehrere Anrufversuche zu unternehmen oder die Person vielleicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu erreichen, lässt sich auch eine Sprachnachricht gezielt vorbereiten und unmittelbar auf der Mailbox hinterlassen. Dies ist möglich, egal ob das Handy gerade an oder aus ist, und es funktioniert sogar, wenn die Mailbox abgeschaltet ist. Durch Eingabe des entsprechenden Codes zwischen Vorwahl und Rufnummer gelangt man direkt auf die Mailbox des Angerufenen.

Die Codes für die verschiedenen Anbieter:

T e l e k o m 13
V o d a f o n e 50
E – P l u s 99
O 2 33

Um die Mailbox eines Telekom-Teilnehmers zu erreichen, wäre beispielsweise eine Rufnummer wie 0171-13-1234567 zu wählen.

Da jeder Anbieter einen anderen Code verwendet, muss natürlich die Zugehörigkeit der jeweiligen Mobilrufnummer zu einem Provider bekannt sein. Dies lässt sich schon seit geraumer Zeit nicht mehr zuverlässig an der Vorwahl erkennen, da bei der Rufnummern­mitnahme die Vorwahl ebenfalls zum neuen Anbieter portiert wird. Alle Provider bieten hierfür jedoch innerhalb ihrer Netze eine kostenlose Abfragemöglichkeit an. Und so geht es bei den verschiedenen Anbietern:

Anbieter Rufnummer
T e l e k o m 4387 anrufen und den Anweisungen folgen
V o d a f o n e 12313 anrufen und den Anweisungen folgen
E – P l u s 10667 anrufen und den Anweisungen folgen
O 2 SMS an die Nummer 4636 mit dem Text NETZ Rufnummer

Diese kostenlosen Abfragen gelten auch für alle Service-Provider ohne eigenes Mobilfunknetz. Lediglich die E-Plus Tochter Simyo bietet mit der Rufnummer 2145 einen eigenen Rufnummerncheck an.

Daneben wird auch Im Internet eine netzübergreifende Abfrage angeboten.

Ob Mail, Sprachnachricht oder direkter Anruf: Das adäquate Medium sollte je nach Beziehung, Dringlichkeit und Anliegen gewählt werden. In direktem Vergleich gibt es aber gute Argumente, die für eine Mailbox-Message sprechen.

12  starke Gründe für eine Sprachnachricht

  • Der Anrufer wird nicht bei einer anderen Tätigkeit gestört oder vom Autofahren abgelenkt (auch eine Freisprechanlage lenkt vom Verkehrsgeschehen ab!).
  • Für das Abhören der Mailbox klinkt sich sich der Angerufene kurz aus dem Tagesgeschehen aus und wählt einen ruhigen Moment. Er konzentriert sich auf die Sprachnachricht und hört sie eventuell sogar erneut an.
  • Erfolglose Anwahlversuche und Frust werden von vornherein vermieden.
  • Eine Sprachnachricht kann man bei mehr Informationsgehalt schneller aufsprechen als sich eine SMS tippen lässt.
  • Der Empfänger kann sich anhand der Sprachnachricht in Ruhe ein Bild vom Anrufer und seinem Anliegen machen.
  • Der Empfänger der Sprachnachricht kann frei entscheiden, ob und wann er zurückrufen will. Menschen mögen es, freie unabhängige Entscheidungen zu treffen.
  • Alternativ kann man für den Rückruf ein (oder mehrere) Zeitfenster vorgeben.
  • Der Empfänger kann sich auf das Gespräch vorbereiten und den Anrufer googeln. Information schafft Transparenz und beseitigt unbewusste Ängste.
  • Wenn der Empfänger der Sprachnachricht zurückruft, liegt sein Fokus ganz auf dem Anrufer und dessen Anliegen.
  • Bei einem Rückruf hat sich sich der Rückrufer bereits ein paar Minuten Zeit für einen reserviert.
  • In dem Moment, in dem jemand zurückruft und somit selbst aktiv wird, haben beide Seiten ein gewisses Interesse aneinander signalisiert. Eine gute Basis für ein fruchtbares Gespräch und eine Win-win Beziehung.
  • Der Anrufer wird vom Angerufenen nicht wegen unbekannter Rufnummer weggedrückt. Der Anrufer klappt mit der Sprachnachricht sein Visier hoch und vermeidet von vornherein eine innere Abwehrhaltung beim Angerufenen.

Übrigens: Fast alle Call Center sprechen bei ihren Outbound-Kampagnen bezeichnenderweise nicht auf Anrufbeantworter oder Mailbox auf. Man wählt lieber ein Dutzend Mal erfolglos an und nervt die Klientel. Würde es sich um preislich interessante, konkurrenzfähige Produkte handeln – was spräche gegen eine Sprachnachricht mit Bitte um Rückruf bei Interesse?

Rauf auf die Mailbox: 12 starke Gründe für die Sprachnachricht

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